Herbstfahrt 2026
Die Exkursion führt uns 2026 in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft
Hřensko Mezná Böhmische Schweiz
Drömling Biosphärenreservat
Groß Thurow Biosphärenreservat Schaalsee
Bliesgau Biosphärenreservat (2020 Ausfall wegen Corona)
Thayathal Nationalpark
Rügen/Nationalpark Jasmund
Eifel/Rursee
Nordschwarzwald
Dreißigjähriges Herbstfahrt-Jubiläum der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach
Dreißigjähriges Herbstfahrt-Jubiläum der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach
Erneut im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft unterwegs
Seit 30 Jahren fahren Naturbegeisterte der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach zusammen in Nationalparks und Biosphären in und um Deutschland. Alles begann in den Herbstferien 1995: 30 naturverbundene Personen folgten erstmals der Einladung des Nationalpark-Rangers Lutz Storm zum Besuch der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an die Ostsee. Dieses Ziel wählte man nun erneut im Jubiläumsjahr 2025 der Herbstfahrten. Das Gebiet gehört zum großen Teil zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.
Und tatsächlich führte uns der jetzt dienstälteste Ranger Lutz Storm zu den Besonderheiten des Darßer Waldes. Dieses 5000 ha große Naturschutzgebiet ist Zeugnis für natürliche Waldverjüngung und Heimat vieler seltener Pflanzen- und Tierarten. Der Küstenbereich dort wird ständig von Wind und Wellen verändert. Das Land, das an einer Stelle abgetragen wird, lagert sich wieder an anderer Stelle als Sanddüne an. Vom Leuchtturm am Darßer Ort konnte man das herrliche Waldgebiet und die spannende Küstenlandschaft weit überblicken.
Von der Ostsee fast vollständig abgeschnitten ist die Boddenlandschaft, die sich bei einer Schiffsrundfahrt als Heimat vieler Seevögel wie z. B Kraniche, Wildgänse, Möven, aber auch der riesigen Seeadler entdecken ließ. Prerow, die kleine Hafenstadt, überraschte dann noch mit bunten, symbolreichen Haustüren an den Wohnungen der früheren Seefahrer. Einblick und viel Information über die ca. 60.000 Kraniche, die im Nationalpark Zwischenhalt machen, lieferte das Museum „Kranichwelten“- in Altenpleen. Leider konnten die Rastplätze der Kraniche in den Sundischen Wiesen nicht besucht werden, da die aktuelle Geflügelpest den Besuch der Beobachtungstellen nicht erlaubte.
Weiterhin wurde die Hansestadt Stralsund angesteuert. Dort erwartete die Reisenden mit dem Meeresmuseum und dem Ozeaneum zwei Museen, die beide auf modernste Weise viele Aspekte der Meere erläuterten. Ein ausgiebiger Stadtrundgang zeigte später die Besonderheiten, dieser alten Hansestadt. Bernstein ist das „Gold“ der Ostsee.
Im Museum in Ribnitz-Dammgarten wurden die Entstehung aus Harztropfen, der spannende Einschluss von Insekten in dieses Harz vor Millionen Jahren, aber auch die künstlerische Verarbeitung zu Schmuck gezeigt. Und nachmittags ging es dann zur aktiven Bernsteinsuche an der Steilküste von Ahrenshoop. Eine Wanderung rund um Zingst entlang der Ostseeküste und des Boddens oder wahlweise eine Radtour auf der ehemaligen Zingstbahnstrecke schloss das Programm der Herbstfahrt ab.
Die 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer genossen die Jubiläumsfahrt, ganz besonders, weil auch das Wetter positiv mitspielte. Die nächste Herbstfahrt wird die naturbegeisterte Truppe 2026 in den ganz neuen Nationalpark Hunsrück führen.
Exkursion in den Darß vom 01.11. - 08.11.25
Unsere erste gemeinsame Herbstfahrt ging in den damals gerade gegründeten Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Das war vor 30 Jahren! Und zum 30- jährigen Jubiläum soll es diesen Herbst erneut in diesen Nationalpark an der Ostsee gehen. Der Zeitraum ist 01.11. – 08.11.25.
Wir konnten sogar Kontakt zu dem Ranger aufnehmen, der uns damals fachkundig und mit viel Begeisterung und Engagement führte.
Ziel ist die Halbinsel Zingst-Darß an der Ostsee.
Wir suchen gerade nach Unterkünften (Fewos, Gruppenhaus, Camping)
Hier unser noch unvollständiges und wandelbares, vorläufiges Programm (Die Abfolge der Tage ist noch nicht festgelegt und wird mit dem Ranger abgesprochen):
1 Tag Natureum im Nationalpark und Wanderung (oder wahlweise Radtour) im Nationalpark
1 Tag Künstlerdorf Prerow mit Haustürentour und abends Kutschfahrt in die „Sundischen Wiesen“ zur Kranichbeobachtung
1 Tag Stralsund mit Meeresmuseum, Altstadtführung und Werksbesichtigung einer Bioferment Fabrik
1 Tag Ribnitz-Damgarten mit Bernsteinmuseumsbesuch und nachmittags Boddentherme
1 Tag Darß-Tour mit Fahrrad oder mit Wanderung
Weitere Programmpunkte für die restlichen Tage wollen wir mit dem Ranger ab-sprechen und aussuchen. Bei Ideen, Wünschen oder Vorschlägen euererseits, bitte gerne melden!
Um uns die Planung zu erleichtern, bitten wir dich/euch uns schon mal mitzuteilen, ob ihr Interesse an der Teilnahme an unserer Jubiläums-Herbstfahrt habt. Wir würden uns sehr freuen!!!!
Diesmal ist auch eine gemeinsame Vorbesprechung im Sommer geplant, bei der Wünsche usw. eingebracht werden können. Auch ein kurzer Film von der Fahrt 1995 wird gezeigt werden. Sollten noch jemand Fotos von der damaligen Fahrt haben, könnt ihr sie gerne mitbringen.
Solltest du/ihr Freunde und Bekannte haben, die vielleicht auch Interesse an unserer Jubiläumsherbstfahrt haben, gebt diese Informationen weiter. Wir würden uns über neue, naturbegeisterte Mitfahrerinnen und Mitfahrer freuen.
Liebe Grüße
Barbara Förster und Uwe Längenfelder
Herbstfahrten BN Kronach ab 1995
1995 Fischland/Darß/Zingst
1996 Mittlere Elbauen
1997 Müritz
1998 Unteres Odertal
1999 Spreewald/Lübbenau
2000 Elbsandsteingebirge
2001 BR Südlicher Pfälzer Wald
2002 Vintschgau/Ortlergebiet
2003 Altmühltal
2004 Hainich
2005 Berchtesgadener Land
2006 Harz
2007 Ruhrgebiet
2008 Naturpark Spessart
2009 Bayerischer Wald/Sumava N.-Park
2010 Kellerwald/Edersee
2011 Rhön Biosphärenreservat
2012 Oberlausitz/ Olba-See
2013 Lenzen/ Mecklenburg
2014 BR Schwäbische Alb
2015 BR Schorfheide
2016 Nordschwarzwald
2017 Eifel/Rursee
2018 Rügen/Nationalpark Jasmund
2019 Thayathal Nationalpark
2020 Bliesgau (Ausfall wg. Corona)
2021 Bliesgau Biosphärenreservat 2. Anlauf
2022 Groß Thurow Biosphärenreservat Schaalsee
2023 Hřensko Mezná Böhmische Schweiz
2024 Drömling Biosphärenreservat
Im Drömling den Kranichen ganz nahe
Im Drömling den Kranichen ganz nahe
Im Oktober 2024 bereisten einige Mitglieder der BN Kreisgruppe Kronach die jüngste UNESCO-Biosphäre Deutschlands, den Drömling. Das Gebiet an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen umfasst auch einen Teil des Grünen Bandes.
Der Drömling war ursprünglich ein dicht bewaldetes Moorgebiet, das vor rund 250 Jahren auf Veranlassung des Preußenkönigs Friedrich dem Großen mit einer kleinteiligen Grabenstruktur durchzogen wurde, um das Gebiet landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Bis zum heutigen Tage kann man an vielen Stellen die drömlingstypischen Moordammkulturen finden. Sie sind an etwa 5 Meter breiten Moordammgräben, die jeweils etwa 25 Meter breite Bewirtschaftungsflächen eingrenzen, gut zu erkennen.
Im Drömling fühlen sich auch nordische Gänse und Kraniche sehr wohl. Sie haben mit einer 40 ha großen Flachwasserzone, die als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Ausbau des Mittellandkanals Anfang der 2000er Jahre angelegt wurde, einen guten Rastplatz. Hier konnten die Drömlingsbesucher Augen- und Ohrenzeuge vom imposanten Morgenstart der Vögel sein, die in Formationen über die Köpfe der Reisenden des BN hinwegzogen. Besonders von den majestätischen Kranichen, die sich im gesamten Drömling tagsüber auf Feldern und nachts in der Flachwasserzone aufhalten, waren alle beeindruckt. Über 40 Kranichpaare brüten im Drömling und bleiben zum Teil ganzjährig im Biosphärenreservat.
Die Ohre, der Fluss, der in das Moorgebiet Drömling floss und sich ursprünglich im Gebiet weitverzweigte, durchzieht heute als fast schnurgerader Kanal die Biosphäre. Während die Vegetation an einer Uferseite regelmäßige gepflegt wird, ist sie auf der anderen Seite sich selbst überlassen. Dieses ganz andere Wandergefühl – man kann sich nicht verlaufen und nicht verlieren, weil man kilometerweit nach vorne sehen kann – testete die BN-Reisegruppe aus. Das Grüne Band heute und die Grenze früher wurden in anderen Wanderungen erkundet und von Natur- und Landschaftsführern, die die Arbeit in der Biosphäre unterstützen, erläutert. Die Gruppe aus dem Frankenwald stellte hier Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Grünen Band am Rande des Landkreises Kronach fest.
Die Biosphäre Drömling entwickelte sich aus dem Naturpark Drömling in Sachsen-Anhalt und vielen einzelnen Naturschutzgebieten Niedersachsens in 4 anliegenden Landkreisen und der Stadt Wolfsburg. Sechs Ranger kümmern sich neben vielen anderen Aufgaben auch um Besuchergruppen. Ein Netz von Biosphärenpartnern aus allen Bereichen von landwirtschaftlichen Betrieben, Dienstleistungsunternehmen, Tourismus, Gaststätten und Bildungseinrichtungen bildet sich gerade. Der „Drömlingsgruß“ mit typischen Lebensmitteln der Region ist bereits jetzt ein Verkaufsschlager. Auch im Drömling gab es, wie in anderen Biosphären und Nationalparken, bis hin zur Gründung etliche Informationsveranstaltungen und Runde Tische, um umfassend über die Ausweisung zu informieren und die Fragen der Anwohner und Akteure im Drömling zu beantworten. „Durch die vorher bestehenden Schutzgebiete war der Weg zur Ausweisung geebnet“, so Ranger Thomas Klöber. „Die Biosphäre empfinden heute viele als Gewinn.“
Herbstfahrt 2023 in die Böhmische Schweiz
Atemberaubende Landschaft in Freilandmuseumsatmosphäre
Eine ganz besondere Landschaft erlebten die Teilnehmer der diesjährigen Herbstfahrt des Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach: Von der Schönheit und der Vielfalt des tschechischen Nationalparks Böhmische Schweiz waren alle 25 Reisenden ganz begeistert.
Zunächst erwartete die Reisegruppe auf dem Weg zum Quartier nach Mezna in Tschechien Zerstörung: Links und rechts des Weges standen und lagen die verkohlten Überreste des früheren Fichtenwaldes, der 2022 ein Raub der Flammen geworden war. Jedoch entwickelte sich aus dem Boden schon wieder frisches Grün: Der Pionierbaum Birke besiedelt nun mit kniehohen Jungpflanzen die schwarzen Flächen. Dies geschieht im Nationalpark völlig ohne Anpflanzungen, der Samen wird mit dem Wind transportiert.
Auf der Wanderung zum Prebischtor, ein riesiges natürliches Sandsteintor und Top-Naturwunder der Gegend, wurde auch klar, dass nur die bereits durch Borkenkäfer geschädigten Fichten ein Raub der Flammen wurden, während die grünen Buchen das Feuer abwehren konnten. Spektakuläre Wanderwege führten die Gruppe immer wieder auf Sandsteinfelsen, die mit Treppen und Leitern erklettert werden wollten. Früher waren die Felsen mit Notburgen bebaut, die in Notzeiten aufgesucht wurden. Erschaffen wurden diese markanten Landschaftspunkte von früheren Wassermassen, die weichere Sandstein-Partien wegspülten. Sie erschufen auch die wildromantische Kamenice-Klamm, die zum Teil mit einem Boot befahren werden konnte.
Per Boot - dem Kanu - und auch per Fahrrad wurde ein Stück der Elbe, tschechisch Labe, erkundet, die prächtigen Herbstfarben der Waldhänge bildeten ein imposantes farbenfrohes Bild am idyllischen Fluss. Noch mehr beeindruckt als die Stadt Decin (dt: Teschen) haben die Reisenden allerdings die Dörfer abseits des großen Flusses mitten im Nationalpark: Es reihten sich die typischen Umgebindehäuser aneinander, beinahe wie in einem Freiland-Museum. Der slawische Häusertyp besteht aus bogenartigen Holzrahmen, in dem innen gestapelte Holzbalken die Innenwände bilden.
Die gute böhmische Küche und der Besuch einer Privatbrauerei rundete das gelungene Programm ab.
Info:
Biosphären und Nationalparke sind seit drei Jahrzehnten das Ziel der Kronacher Reisegruppe des Bund Naturschutz. Die Teilnehmenden erfahren vor Ort die Umsetzung der Konzepte der Schutzflächen und vergleichen die unterschiedlichen Landschaften, ziehen Parallelen und nehmen Anregungen für den Frankenwald mit.
Herbstfahrt an den Schaalsee - Rückschau
BUND Naturschutz Kreisgruppe Kronach reist zum Schaalsee
Für 25 Naturbegeisterte war das Ziel der diesjährigen Herbstfahrt das Biosphärengebiet und Naturschutzgroßprojekt Schaalsee weit im Norden von Deutschland. Das Biosphärengebiet auf Mecklenburg-Vorpommerscher Seite vereint Naturschutz und lokale, naturverträgliche Bewirtschaftung im Grünen Band Deutschland. Es gehört als Landschaftstyp zum zentralen Bereich des „Baltischen Buchenwaldes“ das von Mooren, Seen, Feuchtwiesen und extensiv genutztem Weideland begleitet wird.
Die Schleswig-holsteinische Westseite ist 1990 nicht dem Beispiel der Biosphäre Schaalsee gefolgt sondern Naturpark geblieben.
Einen ersten Einblick in die Region bot den Teilnehmern eine Fahrt auf dem Schaalsee mit einem Elektroboot und eine anschließende Führung durch ein Kalkflachmoor bei Zarrentin. Dort befindet sich das Pahlhus, das Informationszentrum der Biosphäre mit vielen, kurzweiligen Erklärungen und interaktiven Stationen zur Tier- und Pflanzenwelt, eine echte Attraktion für die Region.
Eine abwechslungsreiche Kanutour am nächsten Tag ermöglichte einen Einblick in die Unterwasserwelt der Seenlandschaft, denn das Wasser war dermaßen klar, dass man neben vielen Tauchwasserpflanzen auch Muschelbänke und Fische gut beobachten konnte. Während die einen Teilnehmer auf dem Wasser unterwegs waren, umrundeten die Wanderer den Küchensee.
Die gesamte Ausdehnung des Schaalsees „erfuhren“ die Herbstfahrer bei einer Seeumrundung mit dem Fahrrad. Dabei zeigte der See mit seinen vielen schilfumsäumten Buchten und wechselnden großen Freiflächen die biologische Vielfalt der Region auf. Als Vertreter der Vögel konnten Kraniche, Seeadler, Graugänse und vielen Entenarten beobachtet werden.
Zwei unterschiedliche Wege führen vom Grenzhuus zur ehemaligen Grenzlinie und bieten Einblicke in den Wandel der Landschaft im ehemaligen Grenzraum. Entlang der beiden Wegführungen erzählen 14 Stationen über historische Ereignisse, den Aufbau der Grenzsperranlagen sowie die Landschaft um den Mechower See.
Ein besonderes Kleinod ist das Salemer Moor, das am nächsten Tag, wieder per Rad erkundet wurde. Hier war besonders die eiszeitlich überformte, landschaftliche Vielfalt beeindruckend. Fruchtbaren, kalkreichen Flächen folgten nährstoffarme Hügel und Todeislöcher mit jeweils extrem unterschiedlichem Bewuchs. Das Salemer Moor wird seit einem viertel Jahrhundert durch bewusste Anstauung wieder vernässt. Diese Gebiete sind wertvolle CO2-Senken, da das abgestorbene Torfmoos nicht verrottet, sondern in tieferen Schichten des Moores konserviert wird. Ziel der Radtour war dann Schlagsdorf mit dem Informationszentrum Grenzhus.
Hier wartete bereits die Wandergruppe, die sich bei einer Rundwanderung um den Mechowersee auf die anschließende Führung durch den Grenzparcours entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze einstimmte. Hier wurde wieder einmal deutlich, wie menschenverachtend das totalitäre System der DDR die Menschen einsperrte.
Der Röggeliner See am Rand von Dechow, einem der bundesweit ausgezeichneten schönsten Dörfer Deutschlands, ist wichtiges Überwinterungsgebiet von Zugvögeln. Mit zwei Vogelspezialisten entdeckten die Naturfreunde unter anderem Singschwäne, Tauch- und Schnatterenten, Kraniche und wieder zwei Seeadler.
Am letzten Nachmittag besuchte man in verschieden Kleingruppen das nahe Ratzeburg mit dem beeindruckenden Dom, die Landeshauptstadt Schwerin, die Hansestadt Wismar oder die Halbinsel Stintenburg mit mächtigen, uralten Buchenbeständen.
Die diesjährige Herbstfahrt der BUND Naturschutz Kreisgruppe Kronach ergänzte und erweiterte das Wissen um aktiven, organisierten Naturschutz und zeigte wieder einmal wie intakte Natur der Seele gut tun kann.
Herbstfahrt 2021 - Rückschau
Die BUND Naturschutz Kreisgruppe besucht das Bioshärenreservat Bliesgau – Orchideen und Hochöfen im Saarland
Das weltweite Netz der UNESCO Biosphärenreservate wird von 599 vorwiegend ländliche Regionen gebildet. In ihnen wird exemplarisch das nachhaltige, naturverträgliche Zusammenleben zwischen den Menschen und ihrer Landschaft aufgezeigt. Der Begriff Biosphäre steht hier für Lebensraum und -reservat für bewahren.
Das Biosphärenreservat Bliesgau, am Rand des Saarlandes weist eine Vielzahl von kleinräumigen Landschaftselementen auf. Es war das Ziel der alljährlichen Herbstfahrt der BUND Naturschutzgruppe Kronach. Das Gebiet ist bis weit in die Römer- und Keltenzeit von Menschen bewohnt und genutzt worden und weist heute, trotz intensiver Besiedlung, eine große Dichte von bedrohten Tier- und Pflanzenarten in besonderen Lebensräumen auf.
Bei dieser Herbstfahrt besuchten 28 Naturbegeisterte eine Römerstadt im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, radelten am nächsten Tag entlang der Blies, vorbei an Streuobstwiesen zu einem Feuchtbiotop der mäandrierenden Blies. Dort begeisterten Kanada- Grau- und Nilgänse, Teichhühner und viele Entenarten, aber auch ein Storchenpaar und mehrere Nutrias die Tierfreunde. Ein Pflegekonzept mit extensiver Beweidung durch Rinder, Wasserbüffel und Konik-Ponies ermöglicht die Offenhaltung des Sumpfgebietes.
Die Geologie des Bliesgaus wird durch Buntsandstein und Muschelkalk bestimmt. Eine Wanderung durch imposante Felsformationen und tief eingeschnittene Täler, aber auch der Besuch der größten Buntsandsteinhöhle Deutschlands bei Homburg ließen das Erdmittelalter erleben.
Weitere Exkursionen zu einem lokalen Imker, zu einem Biobauernhof und zu einer auf seltene Ölpflanzen spezialisierten Öl- Mühle ermöglichten einen Eindruck der regionalen Landwirtschaft und Wirtschaftskreisläufe. Natürlich wurden auch die lokalen Kartoffelkloßköstlichkeiten wie Gefilde oder Haarige probiert.
Das Saarland mit dem Bliesgau war und ist aber auch ein wichtiges Industriegebiet. Das Weltkulturerbe „Völklinger Hütte“ beeindruckte mit riesigen Hochöfen, voluminösen Erzlagern und vielen technischen Details, von Transportbahnen bis zu Stahlabflussrinnen. Steinkohle für die Verhüttung wurde vor Ort abgebaut. In einem Besucherbergwerk bei St. Ingbert führte ein ehemaliger Kumpel durch die kohlehaltigen Abbauschächte und gab dabei viel Information über die heutige Situation im saarländischen Kohlebergbau.
Die Herbstfahrer erhielten im Laufe einer Woche umfangreiche Einblicke in das Wesen eines Biosphärenreservates mit seiner engen Vernetzung von Lebensräumen im Wandel und den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Ein wirtschaftlich angeschlagenes Gebiet kann durch Ernennung zur Biosphäre wesentlich aufgewertet werden und der naturverträgliche Tourismus bringt auf Dauer finanziellen Aufschwung und Arbeitsplätze.
Die nächste Herbstfahrt der BUND Naturschutz Kreisgruppe Kronach wird ins Biosphärenreservat Schaalsee , einem 310 km² große Schutzgebiet zwischen den Ballungszentren Hamburg, Lübeck und Schwerin, führen.

Grenzenlos schön - Herbstfahrt in das Thayatal

„Grenzenlos schön“ ein Ausflug der Kreisgruppe Kronach des Bund Naturschutz in den österreichisch, tschechischen Nationalpark Thayatal
26 Naturbegeisterte erlebten bei der Herbstfahrt der Kreisgruppe Kronach des Bund Naturschutz die Schönheit des österreichischen und Tschechischen Nationalparks Thayatal.
Der Waldviertler Thayatal-Nationalpark ist mit gerade mal 13 km² der kleinste von sechs Nationalparks in Österreich. Zusammen mit dem angrenzenden tschechischen Narodni park Podyji, mit 6 km² Fläche ist dieses geschützte Gebiet Heimat für 1280 Pflanzenarten, die Hälfte aller in Österreich bekannten Pflanzen. Neben einer vielfältigen Insekten- und Reptilien-Fauna sind die zoologischen Aushängeschilder Wildkatzen, Seeadler und Schwarzstorch, aber auch das Vorkommen von über 20 Fledermausarten.
Diesen Teil des Europäischen Grünen Bandes lernten die Teilnehmenden im Laufe einer Woche intensiv kennen.
Ein Nationalpark-Ranger führte die Gruppe vom Nationalparkhaus bei Merkersdorf in das tiefeingeschnittene Tal der Thaya durch unberührte Naturlandschaften zu einem Umlaufberg, ein Sporn aus hartem Granit, der den Fluss zu einem 3 km langen Umweg zwingt. In einem kleinen Seitental, dem Kajabach, findet man sogar den seltenen Edelkrebs.
Die Symboltiere, die Wildkatzen, sind im Nationalpark durch Haarfunde an Kratzstöcken nachgewiesen und genetisch bestimmt. Damit man sich ein Bild von diesen scheuen Tieren machen kann, lebt ein Pärchen, Frieda und Carlo, in einem Schaugehege am Nationalparkhaus. Sie wurden bereits in anderen Zoos in Gefangenschaft geboren.
Wo früher die Welt zu Ende war, verbindet heute die Thayabrücke bei Hardegg Tschechien und Österreich. Seit 1990 kann man von der kleinsten Stadt Österreichs mit nur 90 ständigen Einwohnern die Grenze zum ehemaligen „Ostblock“ überqueren. 1991 entstand hier die Vision zu einem grenzüberschreitenden Nationalpark. Eine weitere geführte Wanderung berührte den ehemaligen befestigten Grenzstreifen und führte zu herrlichen Aussichtspunkten auf das mäandrierende Thayatal.
Umgeben ist der Thayalwald von kleinstrukturierter Kulturlandschaft im angrenzenden Weinviertel. Eine knapp 50 km lange Fahrradtour führte durch hübsche, kleine Weinorte vorbei an einladenden Buschen-Schänken, in denen Spezialitäten der Region angeboten werden. Ein offener Keller mit Weinverkostung empfing die Kronacher Radler in Alberndorf. Man konnte sich selbst bedienen und gab einen Obolus in eine aufgestellte Kasse. Die Frage kam auf, ob das Modell dieser von Landesstellen und der EU geförderte Radler-Rast nicht auch etwas für die Wanderwege im Frankenwald wäre, wo man kaum noch auf Wirtschaften trifft.
Einen ganz speziellen Eindruck der Thaya erlebte die Gruppe bei einer Kanutour auf der Deutschen und der Mährischen Thaya. Vorbei an steilen Felswänden in ursprünglicher Waldlandschaft entdeckte man sogar die blau blitzenden Eisvögel.
Ein weiterer Höhepunkt für alle Biologiebegeisterten war der Besuch des Gregor Mendel Museum in tschechischen Brünn. Hier hatte der Augustinermönch Mitte des 19 Jahrhunderts die ersten Erbgesetze formuliert. Auf seinen Erkenntnissen baut die gesamte modernen Pflanzenzüchtung, aber auch die Erforschung von Erbkrankheiten auf.
Nach einer Woche mit beeindruckenden Erlebnissen, vielen Informationen und intensiven sozialen Kontakten und Diskussionen, verstand die Gruppe einmal mehr, dass Nationalparks Botschafter für einen verantwortungsbewussten und wertschätzenden Umgang mit der Natur sind und dass sie wertvolle Ökosysteme erhalten sowie die Artenvielfalt bewahren.









Herbstfahrt 2019 in den Nationalpark Thayatal (Niederösterreich)
Herbstfahrt der Kreisgruppe Kronach
Bund Naturschutz in Bayern e. V. vom
26.10. – 01.11.2019
in den Nationalpark Thayatal
Der Nationalpark Thayatal garantiert gemeinsam mit dem tschechischen Národní park Podyjí den Schutz einer der schönsten, romantischsten und artenreichsten Tallandschaften. Kaum anderswo gibt es auf engstem Raum eine vergleichbare Vielfalt an Pflanzen und Tieren, wie hier an der Thaya.
Die Natur kann sich hier ungestört ohne den Einfluss des Menschen entwickeln. Besucher sind eingeladen, zu sehen, zu staunen und sich zu erholen. Nehmen Sie sich Zeit, die schönste Seite der Natur kennen zu lernen und zu genießen. Nichts berührt uns wie das Unberührte.
Kommen Besucher nach Hardegg, der kleinsten Stadt Österreichs, so sind sie von der Schönheit der Landschaft begeistert. Malerisch liegt die Grenzstadt mit der mächtigen Burganlage im engen Talkessel der Thaya, umgeben von den beeindruckenden Wäldern des Nationalparks Thayatal. Der Nationalpark Thayatal bietet zahlreiche Attraktionen: Urige Wälder und bunte Wiesen, die beeindruckende Tallandschaft der Thaya mit den beiden Umlaufbergen, die sagenhafte Einsiedlerbehausung, einen kurzen Abstecher nach Tschechien und natürlich das Nationalparkhaus bei Hardegg.
Samstag, 26.10. 2019
Anreisetag
Treffpunkt: Waldcamping Hubertus
Adresse: Waldstraße 54,: 2070 Oberretzbach
Mobil: +43 (0)664/35 19 341
Programm:
Sonntag, 27.10.2019
KURZBESUCH IM NATIONALPARK THAYATAL/Nationalparkhaus
„Natur-Geschichten“ aus dem Thayatal
In der Ausstellung „Natur-Geschichten“ lädt ein riesiges Luftbild dazu ein, das Thayatal in seiner ganzen Pracht zu erleben und bis ins kleinste Detail zu erforschen. Nach der Filmvorführung „Einblicke ins Thayatal“ begleitet uns eine Nationalpark-RangerIn auf einer virtuellen Erkundungstour durch das grenzüberschreitende Schutzgebiet für die Wildkatze, den scheuen Schwarzstorch, die Lage am Eisernen Vorhang und die großartige Idee eines grenzüberschreitenden Nationalparks. 360 Grad Panorama - Foyer im Nationalparkhaus
Treffpunkt: 10:00 Uhr – Nationalparkhaus
Dauer: ca. 1 Stunde
Kosten: ca. 4,50 €
Öffnungszeiten Nationalparkhaus
1. Okt. - 2. Nov.: täglich, 10.00 - 17.00 Uhr
Kurze Stärkung im
Cafe-Restaurant Thayatal (Snacks, Kaffee und
hausgemachten Mehlspeisen
Wildnis-Wanderung zum Umlaufberg
zwischen Hardegg und Merkersdorf. Unter der Leitung von Nationalpark-RangerInnen folgen wir der Thaya auf ihrem Weg durch das Tal an der österreichisch-tschechischen Grenze. Der Fluss führt durch urtümliche Wälder, entlang bunter Wiesen und vorbei an steilen Felsformationen. Bei der Engstelle des Umlaufberges lässt man die Thaya hinter sich zurück, um sie nach kurzem Anstieg von oben erneut überblicken zu können. Vorbei an der Ruine Neuhäusl, Hardegg, Uhrturm
Treffpunkt:12:oo Uhr
Dauer: ca. 4 Stunden
Kosten: ca. 10 €
Montag, 28.10.2019
Weinviertel: Radtour
Entlang der Kamp-Thaya-March-Route fährt man von Hardegg nach Retz zum Nationalpark Thayatal. Achtung: Reisepass nicht vergessen! Flankiert von saftigen Wiesen und artenreichen Wäldern geht’s entlang des Nationalpark Thayatal Radwegs nach Oberretzbach, hier passieren wir die Staatsgrenze. Auf dem Rückweg wechseln wir auf den Chardonnay Radweg und Radeln zurück nach Retz.
Treffpunkt: 10:00 Uhr – Nationalparkhaus (E-Bikes)
Dauer: ca. 3-4 Stunden
Länge: 47 km, Höhenmeter: 723
Vor der Rückfahrt können wir uns in Retz stärken und dabei einen der schönsten und größten Marktplätze Österreichs mit dem Verderberhaus im venezianischen Renaissancestil, die Barock- und Biedermeierbauten auf uns wirken lassen.
Für die Nicht-Radfahrer – Der Retzer Erlebniskeller
Der Retzer Erlebniskeller ist nur mit Führungen zu besichtigen. Bitte achten Sie auf geeignete Kleidung; es herrscht eine konstante Temperatur von 10° – 12° C. Die Führung dauert ca. 1½ Stunden und beinhaltet eine kurze Hauptplatzerklärung und eine Wein- bzw. Traubensaftprobe in der Vinothek des Hotels Althof.
Besichtigungen und Führungen
Führung durch Österreichs größten historischen Weinkeller
Oktober tägl. 10.30, 14.00 u. 16.00 Uhr
November tägl. um 14.00 Uhr
Kosten: Einzel: € 11,-- / Pers., Gruppe (ab 15 Pers.): € 10,-- / PersTreffpunkt: Bitte selbst absprechen und Fahrgemeinschaften bilden
Dienstag, 29.10.2019
Kanutour auf der Thaya – 2 Flüsse-Tour
Dauer: ca 3-4 Stunden
5 Boote á 2 Personen
Treffpunkt: 10:00 Uhr am Hotel Thaya
Kosten: 35 € pro Boot
Nachmittag:
Besuch in der Perlmutt Manufactur (mit Filmpräsentation und Besichtigung der Produktionsstätte)
2092 Felling Nr. 37 – Gemeinde Hardegg
Alternativprogramm:
Guckkastenmuseum in Hardegg
www.hardegg.gv.at/tou_guckkastenmuseum.htm
Perlmuttmanufeaktur, Felling Nr. 37, 2092 Felling – Hardegg
https://www.perlmutt.at/home.html
Mittwoch, 30.10.2019
Besuch des Mendel Museum in Brünn
Seit dem Jahr 2007 ist dem Wissenschaftler Gregor Mendel (1822-1884) in seiner Wirkungsstätte der Augustinerabtei Alt-Brünn ein Museum gewidmet. Neben den bekannten Studien der Vererbungslehre an Erbsen wird auch hervorgehoben, dass Mendel im Bereich der Meteorologie und der Bienenzucht außerordentliches geleistet hat. Zu Recht wird er auch als Vater der Genetik betrachtet.
Die St.-Peter-und-Paul-Kathedrale ist die Domkirche des Bistums Brünn in der mährischen Stadt Brünn. Sie befindet sich auf dem Petrov-Hügel im Stadtzentrum, und ihre Silhouette dominiert gemeinsam mit der Festung Špilberk das Stadtbild
Der Mährische Karst, früher auch Mährische Schweiz, ist eine Mittelgebirgs-Landschaft in Tschechien nördlich von Brünn. Prägend für diesen Teil des Drahaner Berglandes sind für einen Karst typische Landschaftselemente, wie Höhlen, Dolinen, Bachschwinden und Trockentäler. Höhlen mit Schnitzereien von Neandertalern und idyllische Schluchten in zerklüftetem Landschaftsschutzgebiet.
Zoo mit Gartenanlage mit mehr als 250 Tierarten – von Tigern bis zu Yaks und Bären– sowie Spielplatz.
Treffpunkt: 10:00 Uhr Nationalparkhaus (wir bilden Fahrgemeinschaften)
Donnerstag, 31.10.2019
Führung durch das militärische Sperrgebiet
Vom militärischen Sperrgebiet zum grenzüberschreitenden Schutzgebiet. Am Beginn der 1950er Jahre senkte sich der Eiserne Vorhang über Europa. Der tschechische Teil des Thayatales wurde zum militärischen Sperrgebiet, das von niemandem betreten werden durfte. Die Natur konnte sich hier nahezu ungestört entwickeln. Bedrohte Tierarten, wie der Fischotter oder der Schwarzstorch, fanden hier ein letztes Refugium. Unter der fachkundigen Leitung von Nationalpark-RangerInnen lernen die BesucherInnen im benachbarten Národní Park Podyjí Bunkeranlagen und andere stumme Zeugen einer konfliktreichen Vergangenheit kennen. In der tschechischen Ortschaft Cˇížov ist ein Stück des Eisernen Vorhanges als Mahnmal erhalten geblieben. Beim Rückmarsch bietet ein Abstecher zur Hardegger Warte einen wunderschönen Ausblick auf die kleinste Stadt Österreichs. Hardegg, Thayabrücke
Treffpunkt: 09:00 Uhr Campingplatz, Führung: 10:00 Uhr
Dauer: ca. 4 Stunden
Kosten: 10 €
Freitag, 01.11.2019
Heimreise
Herbstfahrt 2018 nach Jasmund - Rügen
Die Insel Rügen ist mit ihren mondänen Bädern und Kurorten von je her ein beliebtes Urlaubsziel. 27 Herbstfahrer der BUND Naturschutz Kreisgruppe Kronach zog es Ende Oktober,besonders in den Norden dieser Insel, in den Nationalpark Jasmund mit seinen spektakulären Kreidefelsen und seinen uralten Buchenwäldern. Eine geführte Wanderung um das Nationalparkzentrum Königsstuhl und auf den spektakulären Baumwipfelpfad bestätigten die Bedeutung eines Nationalparks als Schutz- und Entwicklungsraues für bedrohte, mitteleuropäische Buchenwälder.
Fast schon „verpflichtend“ für die Kronacher sind bei Herbstfahrten die Beobachtung von Kranichen. Große Trupps dieser beeindruckenden Vögel an Ess- und Schlafplatzen entdeckten die Naturliebhaber in der Umgebung von Sagard.
Eine ausgedehnte Fahrradtour führte Mitte der Woche zuerst zur kleinen Kirche von Sagard. Dort gab es durch den Küster umfangreiche Informationen zu den baulichen Besonderheiten dieses Kleinods und anschließend ließ eine Teilnehmerin die Orgel bei einem kleinen Privatkonzert erklingen. Weiter ging es nach Saßnitz mit einer besonderen Rast in der örtlichen Fischkonservenfabrik. Der weitere Weg führte durch dichten Buchenwald und zu herrlichen Ausblicken über die Ostsee. Auf rumpelnden Wegen erreichte man nach 32 km Fahrradtour wieder den Ausgangsort Sagard.
Bei einer weiteren, geführten Exkursion lernte die Kronacher Gruppe nicht nur archäologische Monumente wie die Hügelgrab-Metropolen, steinzeitliche Großgräber, sondern auch die mächtigen Wälle der slawischen Herthaburg kennen. Naturhöhepunkte waren neben den naturbelassenen Wäldern vor allem die Hoch- und Übergangsmoore.
Geologisch Interessierte erfreuten sich aber auch an der Feuersteinfeldern bei Binz.
Der Rasende Roland, eine dampflokbetriebene Schmalspurbahn, war wichtiges Transportmittel bei einem Tagesausflug nach Putbus mit der zentrisch angelegten Altstadt und ins Seebad Sellin. Eine zweistündige Wanderung durch das Biosphärenreservat Südost-Rügen, immer entlang des Ostseehochufers, endete in Binz im nostalgischen Bahnhofsrestaurant.
Die Herbstfahrtwoche, so ganz weit im Norden, erweiterte das Wissen über die Bedeutung von Nationalparks. Bei den alljährlichen Herbstfahrten haben die Kronacher Naturliebhaber schon fast alle Nationalparks und viele Biosphärenreservate in Deutschland besucht, haben mit vielen Fachleuten vor Ort gesprochen und waren immer wieder fasziniert, wie diese Einrichtungen die Natur bewahren und welche positive Auswirkungen sie auf die jeweilig betroffenen Gemeinden und Gebiete haben.
Erlebnisbericht Nationalpark Eifel
Nationalpark Eifel- Ziel der Herbstfahrt der BN-Kreisgruppe Kronach
Der Nationalpark Eifel war das diesjährige Ziel einer Reisegruppe der Kreisgruppe des Bund Naturschutz. Er ist ein Entwicklungsnationalpark, in dem die vorherrschenden, forstlich genutzten Nadelbäume einer potentiell natürlichen Laub-Mischwald Flora weichen werden.
Ein Ranger führte die Gruppe am ersten Tag in diese Problematik ein. Ausgangspunkt einer 4-stündigen Wanderung war die Ordensburg Vogelsang, einem gigantomanischen Bauwerk, in dem von 1934 bis 1937 „arische“ Männer für Führungspositionen im III.Reich ausgebildet werden sollten.
Bis vor wenigen Jahren diente das Areal als Militärübungsgelände.
Im Revier des Bestsellerautors Peter Wohlleben führte uns eine seiner Mitarbeiterinnen am nächsten Tag in das „geheime Leben der Bäume ein“. Eine für viele neue Denkweise, was Physiologie und Kommunikation bei Waldbäumen betrifft, regte zu intensiver Diskussion an.
Quer durch den Nationalpark führt in 4 Etappen der „Wildnis Trails“. Die letzte Abschnitt verläuft von Zerkall zum Nationalpark-Tor in Heimbach. Ausgedehnte Eichenwälder und das stille Schlehbachtal sind Heimat für geschützte Vogelarten, aber auch für die seltenen Wildkatzen. Der hohe Totholzanteil bietet Schutz und Nistmöglickeiten.
Interessantes rund ums Wasser, von der Nutzung bis zum Gewässerschutz, bot das Wasser-Informationszentrum in Heimbach.
Im Zentrum des Nationalparks liegt der Rursee. Bei einer mehrstündigen Kanutour zeigte er sich von seiner malerischen Seite. Die vielen kleinen Buchten, der Uferwald und die Felsen, die in den See ragten, erinnerten ein klein wenig an Skandinavien.
Bei den Herbstfahrten der Kreisgruppe steht aber nicht nur die Natur auf dem Programm, sondern auch kulturelle Sehenswürdigkeiten werden besucht. Die Stadt Monschau besteht seit 1195 und bis 1918 dominierte die Schreibform Montjoie. In einer kargen Umgebung, fernab der großen Durchgangsstraßen hat sich hier eine geschäftige Tuchmacher-Industrie entwickelt, die Reichtum in die Stadt brachte und die Grund für viele herrliche Fachwerkhäuser ist. Gerade zur Weihnachtszeit ist Monschau heute ein wichtiges Ziel für Tagesausflüge aus den Ballungsräumen Köln und Aachen. Eine besondere Spezialität dieses Ortes, den Monschauer Senf, verkosteten die Herbstfahrer. In einem Feinschmeckerlokal, dem „Schnabuleum“ bot die Speisekarte viele Gerichte mit Senfzubereitung. So gestärkt ging es zum geführten Stadtrundgang und später auf die Fahrräder zu einer Etappe des Rurtalradweges.
Der Wettergott hatte die ganze Woche Einsehen und so genoss die Gruppe die herrliche Herbstfärbung im Laubwald.
Der Nationalpark Eifel zeigt mit seinen vielen informativen Einrichtungen, mit einer konstant hohen Besucherzahl und mit einem sichtbaren Waldumbau, dass er viele Entwicklungsimpulse in ein abgelegenes, grenznahes Gebiet bringen kann.
Die Herbstfahrer der Kreisgruppe Kronach freuen sich schon jetzt auf das nächste Ziel, dem Nationalpark Jasmund an der Ostsee.
Kronacher Naturschützer erkunden den Schwarzwald
Bund Naturschutz Kreisgruppe Kronach auf herbstlicher Exkursion in den Nationalpark Nordschwarzwald.
Nationalparks sind auf der ganzen Welt Attraktionen ersten Ranges. Die BN- Kreisgruppe hat sich die Erkundung der deutschen Nationalparks auf die Fahnen geschrieben. Während der Herbstferien haben heuer 20 Naturbegeisterte einen der jüngsten Nationalparks , den NP Schwarzwald erkundet.
Dieser Park umfasst zwei Teilgebiete des nördlichen Schwarzwaldes mit insgesamt 10 000 Hektar Fläche. Typisch sind die windexponierten Mischwälder der Hochlagen mit fast schon alpiner Vegetation. Ein Teil des Gebietes wird noch nach einem Pflegekonzept als Heidebiotop baumfrei gehalten. In der Kernzone darf sich die Natur frei entfalten. Baumleichen bieten noch jahrzehntelang vielen Spechtarten Nistmöglichkeiten. Auf umgestürzten Baumriesen entwickelt sich eine spannende Pilz- und Krautflora und bald keimen dort auch wieder neue Baumschösslinge. Kleine Freiflächen nutzt das heimische Auerhuhn als Balzfläche und eiszeitliche Karseen bieten Fortpflanzungsräume für seltene Amphibien.
All die Besonderheiten wurden der Gruppe durch zwei fachkundige Ranger vor Ort gezeigt und erläutert.
Der Nationalpark wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Am letzten Oktoberwochenende kamen sehr viele Gäste aus den nahen Ballungsgebieten im Oberrheingraben, aber auch auffallend viele Gäste aus dem nahen Frankreich.
Wie bei jeder Gründung eines Nationalparks gab es auch anfänglich im Nord- schwarzwald Widerstand gegen die Ausweisung einer Naturschutzfläche. Betroffene Sägewerke, unter anderem die Hauptgegner, bekamen die Zusicherung, genügend Holz aus dem Staatswald sägen zu dürfen und die Tourismuslobby darf z.B. an ihren traditionellen Skigebieten festhalten.
Nicht nur der Nationalpark ist faszinierend, sondern auch weitere Natur- attraktionen, wie Hochmoore, die höchste Erhebung, die Hornisgrinde und das tiefeingeschnittene Murgtal. Diese Gebiete wurden ebenfalls erwandert oder per Rad abgefahren.
Die Kreisgruppe Kronach hat nun fast alle Nationalparks in Deutschland besucht, sich umfassend informiert und den unbestreitbaren ökologischen Wert dieser Einrichtungen nachvollzogen. Viele Argumente können deshalb auch in eine Diskussion um einen möglichen, zukünftigen Nationalpark Steigerwald einfließen. Gerade in der Auseinandersetzung um einen neuen Nationalpark in Franken werden die Erfahrungen in den jüngeren Nationalparks viel zu wenig berücksichtigt.
Herbstfahrten BN Kronach ab 1995
1995 Fischland/Darß/Zingst
1996 Mittlere Elbauen
1997 Müritz
1998 Unteres Odertal
1999 Spreewald/Lübbenau
2000 Elbsandsteingebirge
2001 BR Südlicher Pfälzer Wald
2002 Vintschgau/Ortlergebiet
2003 Altmühltal
2004 Hainich
2005 Berchtesgadener Land
2006 Harz
2007 Ruhrgebiet
2008 Naturpark Spessart
2009 Bayerischer Wald/Sumava N.-Park
2010 Kellerwald/Edersee
2011 Rhön Biosphärenreservat
2012 Oberlausitz/ Olba-See
2013 Lenzen/ Mecklenburg
2014 BR Schwäbische Alb
2015 BR Schorfheide
2016 Nordschwarzwald
2017 Eifel/Rursee
2018 Rügen/Nationalpark Jasmund
2019 Thayathal Nationalpark
2020 Bliesgau (Ausfall wg. Corona)
2021 Bliesgau Biosphärenreservat 2. Anlauf
2022 Groß Thurow Biosphärenreservat Schaalsee
2023 Hřensko Mezná Böhmische Schweiz
2024 Drömling Biosphärenreservat
2025 Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft


















































































































