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Obdachlose Igel

Obdachlose Igel - Laubbläser zerstören Winterquartiere

Der Bund Naturschutz (BN) bittet alle Gartenbesitzer das Laub liegen zu lassen und den Garten igelfreundlich zu gestalten. Wer draußen zufüttern möchte, kann das jetzt tun. Auf Laubbläser sollte verzichtet werden.

Gute Verstecke sind für den Igel überlebenswichtig. Sie finden Winterquartiere unter Holzterrassen, unter Sträuchern, Laub- und Holzhaufen oder Geräteschuppen. Der November ist für die Tiere jedoch ein Monat mit Tücken. Manche Igel befinden sich bereits im Winterschlaf. Weibchen und Jungtiere sind aber häufig noch auf der Suche nach Nahrung und einem Quartier für den Winter. Die Ordnungsliebe der Menschen bringt die Suche nach guten Verstecken vollkommen durcheinander. In vielen Gärten wird derzeit Laub gefegt, Hecken geschnitten, der Rasen gemäht - doch vor allem gelärmt. „Laubsauger zerstören Winterquartiere oder vertreiben die Igel durch ihren enormen Lärm“, beklagt Elisabeth Hoffmann, Vorsitzende der BN Kreisgruppe Kronach. Doch nicht nur Igel sind gefährdet. Die Geräte bedrohen vor allem zahlreiche Kleintiere wie Würmer und Insekten, die durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren. Also gerade die Tiere, die der Igel als Fleischfresser zum Überleben braucht. Der BN bittet deshalb alle Gartenbesitzer, auf Laubsauger und Laubbläser zu verzichten und stattdessen lieber wilde Ecken mit Laubhaufen im Garten einzurichten. „Winterquartiere, die durch eine übertriebene Gründlichkeit zerstört werden, bringen unsere Igel in große Bedrängnis. Die erneute Suche nach einem alternativen Schlafplatz kostet die Tiere viel Energie und kann tödlich enden“, weiß Hoffmann.

BN-Ökotipp:

Wer keine Möglichkeit für Laub- und Reisigecken im Garten hat, kann den Tieren ein fertiges Igelhaus anbieten und zufüttern. Gefressen werden gerne Rühreier, Katzenfutter, gekochtes Geflügel oder gebratenes Hackfleisch. Milch dagegen schadet den Tieren. Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte in keinem Garten fehlen. Achtung: Eine Fütterung ohne zusätzlichen Unterschlupf in der Nähe macht keinen Sinn. Futterstellen werden von Igeln gerne angenommen, finden die Tiere dagegen kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren ihre zuvor angefressene Energie. Die beste Lösung ist deshalb immer ein Naturgarten, in dem der Igel alleine zurechtkommt.

Igelhilfe – was ist erlaubt?

Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen. Mehr Infos hierzu finden Sie auf https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel

Für Rückfragen:
Elisabeth Hoffmann
BN-Kreisgruppe Kronach
Tel. 09261 94404
E-Mail: kronach@bund-naturschutz.de

Fotograf: Martina Gehret, Bund Naturschutz

 

Gartengestaltung

Tag des Gartens am Sonntag, den 14. Juni

Bei der Gartengestaltung an die Umwelt denken

Blühende Staudenbeete als Bienennahrung, ein Stück Wiese statt Rasen, Verzicht auf torfhaltige Erde und Gartengifte – es ist gar nicht so schwer, im (Klein-)Garten umweltgerecht zu handeln.

Der BUND Naturschutz appelliert zum Tag des Gartens, dem kommenden Sonntag, an alle Gartenbewirtschafter, mehr Mut zur Wildnis zu entwickeln, und in ihrem Garten einen Bereich der Natur zu überlassen. „Jedes Fleckchen ist wichtig und ein Gewinn für die Biologische Vielfalt“, so Martin Geilhufe, BN Landesbeauftragter, und weiter: „Denn die Zahl der Insekten hat drastisch abgenommen, und damit auch die Zahl der Bienen und Hummeln, die Obstbäume und Wildpflanzen bestäuben. Meist von uns unbemerkt sind Insekten auch für die Auf- und Abbauprozesse im Boden verantwortlich und liefern damit die wichtigen Nährstoffe für das Pflanzenwachstum.“

Wiese statt Einheitsgrün
„Der Klassiker ist, in einem Randbereich den Rasen einmal wachsen zu lassen, um zu sehen welche Pflanzen dann noch zum Blühen kommen oder gleich ein Stückchen Rasen umzugraben, um dort wilde Blumen einzusäen oder heimische Stauden einzupflanzen“, so Marion Ruppaner, BN Agrarreferentin.

Kompost und Gartenerde ohne Torf
Im Garten sollte am besten selbst gemachter Kompost oder Gartenerden ohne Torfzusatz verwendet werden. Denn durch den Torfabbau verschwinden die artenreichen Moorgebiete, die auch wichtiger Kohlenstoffspeicher sind. „Moore bedecken nur drei Prozent der Erde, speichern jedoch doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammengenommen“, so Ruppaner.

Biologische Vielfalt statt Gifteinsatz
Statt zur Giftspritze zu greifen, und damit sich selbst und die natürliche Nahrungskette mit Giftstoffen zu belasten, Bodenorganismen zu schädigen und Nützlinge zu vernichten, können mit Mischfruchtanbau und selbstangesetzten Pflanzenbrühen Fressfeinde und Pilzinfektionen in Schach gehalten werden. Schnecken werden am besten mechanisch über Schneckenzäune abgehalten. Und für die Pflanzen zwischen den Pflastersteinen gibt es eigene niedrig wachsende Saatgutmischungen für die Fugen oder den Griff zu einer Drahtbürste. 
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/natuerlicher-pflanzenschutz.html

Im Garten entspannen
Keine Angst vor Gartenarbeit: je gelassener man die Vielfalt im Garten betrachtet, desto mehr Zeit bleibt zu beobachten, was alles an tierischem Besuch auftaucht. Eine Vogeltränke und ein Insektenhotel tun ein Übriges.

Tipps zur umweltverträglichen Gartengestaltung gibt der BN auf seiner Webseite: https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten.html

Für Rückfragen:

Marion Ruppaner,
BN Agrarreferentin,
Tel: 0911 81 87 8 – 20, oder mobil: 0160 76 14 336,
Mail: marion.ruppaner@bund-naturschutz.de

Info zum Tag des Gartens
Der Tag des Gartens ist eine Initiative des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG). Er wurde 1984 auf Anregung des BDG-Präsidenten Hans Stephan ins Leben gerufen. Er findet jeweils am zweiten Sonntag im Juni statt, um den Menschen die Bedeutung des Kleingartens für das Wohlbefinden von Mensch und Natur in Stadt und Land ins Bewusstsein zu rufen

Giftfreie Liebesgrüße

Kategorie: Natur, Garten

Tulpen sind weniger mit Pestiziden belastet als Rosen und als Valentinsgeschenk ebenso geeignet. Foto: Felix Abraham / CC BY-SA 2.0

Zum Valentinstag haben Blumen wieder Hoch­konjunktur. Besonders beliebt ist es, Rosen zu verschenken. Doch Vorsicht: Die in Deutschland im Winter angebo­tenen Rosen sind oft mit Pestiziden belastet. Der Großteil der Blumen wird in Ostafrika und Südamerika gezüchtet, wo in der Rosenproduktion zahlreiche und zum Teil gefährliche Pflanzengifte gespritzt werden. Auf getesteten Rosen sind oftmals Rückstände der Gifte nachweisbar. Pestizide schädigen aber vor allem die Gesundheit der im Rosenanbau Beschäftigten, die zumeist unter schlechten Bedingungen arbeiten.

Als Valentinsgeschenk eignen sich daher Tulpen besser. Pestizidrückstände wurden hier kaum festgestellt, zudem wachsen diese Blumen in Mitteleuropa. Genauso schön sind auch Kirsch- oder Forsythienzweige, die in der warmen Wohnung vorzeitig zu blühen beginnen. Sie sind hierzulande heimisch und halten sogar länger als jede Schnittblume.

Wer dennoch nicht auf Rosen verzichten will, dem rät der BUND, nur Rosen mit dem Siegel "Fairtrade" zu kaufen. Es garantiert wenigstens eine Blumenzucht nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards. Das bedeutet faire Löhne, Gewerkschaftsfreiheit, Verbot illegaler Kinderarbeit, Gesundheitsschutz und Schutz der Umwelt. Mit dem "Fairtrade"-Siegel ausgezeichnete Blumenfarmen bekommen von den Importeuren zudem einen Aufschlag für soziale Projekte. Rosen mit dem "Fairtrade"-Siegel gibt es inzwischen nicht nur in vielen kleineren Blumengeschäften, sondern auch in manchen Supermärkten zu kaufen.

Stand: Februar 2016- bund