Noch keine Gerichtsentscheidung zur Lerchenhoftrasse

 

Seit den 1980er Jahren kämpft der BUND Naturschutz zusammen mit der örtlichen Bürgerinitiative aus Johannisthal gegen den Neubau der sogenannten „Lerchenhoftrasse“ und gegen den autobahnähnlichen Neubau der B 173 von Kronach nach Lichtenfels. Gegen den Planfeststellungsbeschluss hat der BN geklagt. Das Bayerische Verwaltungsgericht hat in der Verhandlung letzten Dienstag vor allem Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der notwendigen Abwägung zwischen den möglichen Baualternativen durch die Planungsbehörden erkennen lassen. Das Verfahren wird nun schriftlich weitergeführt.

„Wir halten den vierspurigen Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach in Übereinstimmung mit unserer Nachbarkreisgruppe Lichtenfels für völlig verfehlt. Er ist angesichts der zurückgehenden Bevölkerungszahlen und des abnehmenden KFZ-Verkehrs in Zeiten des Klimawandels das falsche Signal. Die dreispurig geplante Lerchenhoftrasse im Zuge der B 303, die von Westen her an die B 173 bei Johannisthal anbinden soll, ist noch unnötiger, weil es mit der bestehenden Staatsstraße zwischen Beikheim und dem Anschluss nördlich Johannisthal bereits eine Straße gibt, die umweltverträglich ausgebaut werden könnte. Auch die B 173 bei Johannistahl wäre mit zwei Spuren und eventuellen Überhol-Abschnitten im 2+1-Querschnitt völlig ausreichend dimensioniert.“, so Dr. Elisabeth Hoffmann, Kreisvorsitzende des BN.

Ingeborg Seidel, Sprecherin der Bürgerinitiative Johannisthal, ergänzt: „Der geplante riesige Knoten zwischen B 173 und B 303 soll im Hochwasserbereich des Rodachtals gebaut worden. Den Johannisthalern und den Bewohnern von Au bei Küps drohen damit Verschärfungen des Hochwassers. Es ist schon heute schlimm genug. Die Rodach darf nicht weiter verbaut werden.Mit den enormen Brückenbauwerken und der Autobahn wären wir in Johannisthal auch noch völlig umzingelt.“

„Der BUND Naturschutz hat sich seit den 1990er Jahren immer wieder engagiert in die Planungsverfahren eingebracht und umwelt- und naturfreundlichere Alternativvorschläge vorgetragen. Im Raumordnungsverfahren war die Lerchenhoftrasse zu Recht verworfen und der Ausbau der Staatsstraße Beikheim-Johannisthal favorisiert worden. Das hat man dann einfach ohne öffentliche Debatte über den Haufen geworfen. So kann man Bürgerbeteiligung auch zur Farce machen. Würde man hier bei Johannisthal überdimensioniert ausbauen, würde das in Küps, bei Zettlitz und an den Gaabsweihern bei Lichtenfels ebenfalls zur Planungsvorgabe werden. Der damit verbundene Flächenfraß und die Zerstörung europäisch geschützter Gebiete wären dann vorprogrammiert. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben, wie wir das erfolgreich auch schon bei der damals geplanten Umfahrung von Trieb und Hochstadt durch das Vogelschutzgebiet Naßanger gemacht haben“, so Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des BN.

Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss konzentriert sich auf folgende Tatbestände:

·         Nichtdurchführung eines Raumordnungsverfahrens als Verstoß gegen das Raumordnungsgesetz und unterlassene Linienbestimmung nach Fernstraßengesetz als zwingende Rechtsvorschriften.

·         Verstoß gegen das bindende Ziel des Landesentwicklungsprogramm zur Beachtung eines umweltverträglichen und ressourcenschonenden Baues, weil nicht die umweltverträglichste Variante (der Bestandsaubau der Staatsstraße), sondern die im Variantenvergleich an 4. Stelle stehende Lerchenhoftrasse gewählt wurde.

·         Verstoß gegen das Wasserhaushaltsgesetz wegen des geplanten Baues des Knotens im teilweise festgesetzten und teilweise vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet der Rodach ohne gebotene Abwägung bei Vorhandensein geeigneter Alternativen.

·         Keine ordentliche Beteiligung des anerkannten Naturschutzverbandes BUND Naturschutz nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz.

·         Fehlerhafte Abwägungen landesplanerische Belange wie Sicherung der unverbauten Flussaue der Rodach, der weiter nach Süden anschließenden Ausbauvarianten, des möglichen Kreisverkehrs nördlich Johannisthal, der Wirtschaftlichkeit bei der Trassenwahl, einer Altlastenfläche (ehem. Teerwerk), der Kesselwirkung für Johannisthal und Lärmschutzbelange.

 

Hintergrund

Das Staatliche Bauamt Bamberg plant derzeit den dreistreifigen Neubau einer Trasse der B 303 zwischen Schmölz und Johannisthal auf einer Länge von 2,8 Kilometer auf der sog. Lerchenhoftrasse. Damit zusammen plant das Staatliche Bauamt den vierstreifigen Neubau der B 173 zwischen Küps und Johannisthal auf 2,9 Kilometern. Die Verknüpfung soll höhenfrei durch eine linksliegende Trompete z. T. im Talraum der Rodach im Hochwassergebiet erfolgen. Weil die beiden neuen Straßenabschnitte als Kraftfahrstraßen geplant werden, sollen die bestehenden Straßen B 173 und St 2200 als Straßen erhalten bleiben sowie eine Vielzahl weiterer Straßen und Anbindungen umgebaut werden. Insgesamt wären es 19 Kilometer Straßen- und Wegebau. 69 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden für dieses Projekt beansprucht, mindestens zehn Hektar neu versiegelt. Mit der Umwandlung von 10.8 Hektar zumeist landwirtschaftlicher Nutzfläche pro Tag in Siedlungs- und Verkehrsfläche hat der Flächenfraß in Bayern einen extrem hohen Wert angenommen.
Das Vorhaben soll rund 26 Mio. € kosten.

Der Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative lehnen die Planung aus Gründen des gigantischen Landschaftsverbrauchs und der nicht ausgleichbaren Eingriffe in den Naturhaushalt ab. Sie lehnen die Planung auch ab, weil sie gegen die geltende landesplanerische Beurteilung zum Ausbau der B 303 verstößt, die den Bau der sog. Lerchenhoftrasse in einem öffentlichen Verfahren verworfen hatte. Die damals festgestellten schutzwürdigen Umweltbelange sprechen heute mehr denn je gegen diese Trasse.

Darüber hinaus sind die für den Bau angenommenen Parameter, insbesondere die Vorfestlegung der geplanten Abschnitte der B 303 und der B 173 als „Kraftfahrstraße“ nicht durch den Bundesverkehrswegeplan vorgegeben, führen aber zu unnötigen Eingriffen in Natur und Landschaft, zu Folgewirkungen auf den Hochwasserschutzraum, zu unnötigen Lärmbelastungen und beeinträchtigen das Eigentum vieler Bürgerinnen und Bürger in Johannisthal.

1.287 ablehnende Einwendungen waren im Juni 2012 innerhalb von zwei Wochen gegen das Vorhaben gesammelt und am 28.6.12 an den damaligen Regierungspräsidenten von Oberfranken, Wilhelm Wenning, übergeben worden.

Am 24.05.2016 genehmigte die Regierung von Oberfranken den Neubau der B 303 und der B 173 bei Johannisthal. Der BUND Naturschutz legte mit finanzieller Unterstützung der Bürgerinitiative Johannisthal am 24.06.2016 fristgerecht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss und Klage auf Baustopp ein. Der Streitwert wurde auf 30.000 € festgesetzt.

Gegen die planfestgestellten Trassen klagen außer dem BN vier Privatkläger, und eine Firma (eines Privatklägers).

Die vom BN parallel eingelegte Klage auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung (Baustopp) wurde zwischenzeitlich „ruhend“ gestellt. Die Landesanwaltschaft Bayern erklärte für die beklagte Regierung von Oberfranken, dass diese bis zu einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren vom Baurecht keinen Gebrauch machen wird. Lediglich vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen könnten begonnen werden. Der BN erklärte sich damit einverstanden.

Pressegespräch am 07.09.2016

Fotos von Valentina Hussendörfer

Pressemitteilung

Geplanter Neubau B 303 Lerchenhoftrasse und B 173 bei Johannisthal

BUND Naturschutz stellt Klagebegründung vor

Seit den 1980er Jahren kämpft der BUND Naturschutz zusammen mit der örtlichen Bürgerinitiative aus Johannisthal gegen den Neubau der sogenannten „Lerchenhoftrasse“ und gegen den autobahnähnlichen Neubau der B 173 von Kronach nach Lichtenfels.

Bei einem Pressegespräch am 7. September 2016 verdeutlichten Dr. Elisabeth Hoffmann, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Kronach, Ingeborg Seidel, Sprecherin der Bürgerinitiative Johannisthal, Dr. Bernd Söhnlein, Rechtsanwalt des BN im Verfahren und der oberfränkische BN-Regionalreferent Tom Konopka die Begründungen für den Widerstand gegen den Straßenbau und die klagerelevanten Themen.

„Wir halten den vierspurigen Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach in Übereinstimmung mit unserer Nachbarkreisgruppe Lichtenfels für völlig verfehlt. Er ist angesichts der zurückgehenden Bevölkerungszahlen und des abnehmenden KFZ-Verkehrs in Zeiten des Klimawandels das falsche Signal. Die dreispurig geplante Lerchenhoftrasse im Zuge der B 303, die von Westen her an die B 173 bei Johannisthal anbinden soll, ist noch unnötiger, weil es mit der bestehenden Staatsstraße zwischen Beikheim und dem Anschluss nördlich Johannisthal bereits eine Straße gibt, die umweltverträglich ausgebaut werden könnte. Auch die B 173 bei Johannistahl wäre mit zwei Spuren und eventuellen Überhol-Abschnitten im 2+1-Querschnitt völlig ausreichend dimensioniert“, so Elisabeth Hoffmann.

Ingeborg Seidel: „Der geplante riesige Knoten zwischen B 173 und B 303 würde im Hochwasserbereich des Rodachtals gebaut. Den Johannisthalern und den Bewohnern von Au bei Küps drohen damit Verschärfungen des Hochwassers. Es ist schon heute schlimm genug. Die Rodach darf nicht weiter verbaut werden.Mit den enormen Brückenbauwerken und der Autobahn wären wir in Johannisthal auch noch völlig umzingelt.“

„Der BUND Naturschutz hat sich seit den 1990er Jahren immer wieder engagiert in die Planungsverfahren eingebracht und umwelt- und naturfreundlichere Alternativvorschläge vorgetragen. Im Raumordnungsverfahren war die Lerchenhoftrasse zu Recht verworfen und der Ausbau der Staatsstraße Beikheim-Johannisthal favorisiert worden. Das hat man dann einfach ohne öffentliche Debatte über den Haufen geworfen. So kann man Bürgerbeteiligung auch zur Farce machen. Baut man hier bei Johannisthal überdimensioniert aus, so wird das in Küps, bei Zettlitz und an den Gaabsweihern bei Lichtenfels ebenfalls zur Planungsvorgabe werden. Der damit verbundene Flächenfraß und die Zerstörung europäisch geschützter Gebiete wären dann vorprogrammiert. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben, wie wir das erfolgreich bei der damals geplanten Umfahrung von Trieb und Hochstadt durch das Vogelschutzgebiet Naßanger gemacht haben“, so Tom Konopka.

Die Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss konzentriert sich auf folgende Tatbestände:

Nichtdurchführung eines Raumordnungsverfahrens als Verstoß gegen das Raumordnungsgesetz und unterlassene Linienbestimmung nach Fernstraßengesetz als zwingende Rechtsvorschriften.

 

·         Verstoß gegen das bindende Ziel des Landesentwicklungsprogramm zur Beachtung eines umweltverträglichen und ressourcenschonenden Baues, weil nicht die umweltverträglichste Variante (der Bestandsaubau der Staatsstraße), sondern die im Variantenvergleich an 4. Stelle stehende Lerchenhoftrasse gewählt wurde.

 

·         Verstoß gegen das Wasserhaushaltsgesetz wegen des geplanten Baues des Knotens im teilweise festgesetzten und teilweise vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet der Rodach ohne gebotene Abwägung bei Vorhandensein geeigneter Alternativen.

 

·         Keine ordentliche Beteiligung des anerkannten Naturschutzverbandes BUND Naturschutz nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz.

 

·         Fehlerhafte Abwägungen landesplanerische Belange wie Sicherung der unverbauten Flussaue der Rodach, der weiter nach Süden anschließenden Ausbauvarianten, des möglichen Kreisverkehrs nördlich Johannisthal, der Wirtschaftlichkeit bei der Trassenwahl, einer Altlastenfläche (ehem. Teerwerk), der Kesselwirkung für Johannis-thal und Lärmschutzbelange.

„Nach unserer Auffassung leidet der Planfeststellungsbeschluss an schwer wiegenden Rechts- und Abwägungsfehlern“, so der Rechtsanwalt Dr. Bernd Söhnlein.“

Hintergrund

Das Staatliche Bauamt Bamberg plant derzeit den dreistreifigen Neubau einer Trasse der B 303 zwischen Schmölz und Johannisthal auf einer Länge von 2,8 Kilometer auf der sog. Lerchenhoftrasse. Damit zusammen plant das Staatliche Bauamt den vierstreifigen Neubau der B 173 zwischen Küps und Johannisthal auf 2,9 Kilometern. Die Verknüpfung soll höhenfrei durch eine linksliegende Trompete z. T. im Talraum der Rodach im Hochwassergebiet erfolgen. Weil die beiden neuen Straßenabschnitte als Kraftfahrstraßen geplant werden, sollen die bestehenden Straßen B 173 und St 2200 als Straßen erhalten bleiben sowie eine Vielzahl weiterer Straßen und Anbindungen umgebaut werden. Insgesamt wären es 19 Kilometer Straßen- und Wegebau. 69 Hektar landwirtschaftliche Fläche würden für dieses Projekt beansprucht, mindestens zehn Hektar neu versiegelt. Mit der Umwandlung von 10.8 Hektar zumeist landwirtschaftlicher Nutzfläche pro Tag in Siedlungs- und Verkehrsfläche hat der Flächenfraß in Bayern einen extrem hohen Wert angenommen.
Das Vorhaben soll rund 26 Mio. € kosten.

Der Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative lehnen die Planung aus Gründen des gigantischen Landschaftsverbrauchs und der nicht ausgleichbaren Eingriffe in den Naturhaushalt ab. Sie lehnen die Planung auch ab, weil sie gegen die geltende landesplanerische Beurteilung zum Ausbau der B 303 verstößt, die den Bau der sog. Lerchenhoftrasse in einem öffentlichen Verfahren verworfen hatte. Die damals festgestellten schutzwürdigen Umweltbelange sprechen heute mehr denn je gegen diese Trasse.

Darüber hinaus sind die für den Bau angenommenen Parameter, insbesondere die Vorfestlegung der geplanten Abschnitte der B 303 und der B 173 als „Kraftfahrstraße“ nicht durch den Bundesverkehrswegeplan vorgegeben, führen aber zu unnötigen Eingriffen in Natur und Landschaft, zu Folgewirkungen auf den Hochwasserschutzraum, zu unnötigen Lärmbelastungen und beeinträchtigen das Eigentum vieler Bürgerinnen und Bürger in Johannisthal.

1.287 ablehnende Einwendungen waren im Juni 2012 innerhalb von zwei Wochen gegen das Vorhaben gesammelt und am 28.6.12 an den damaligen Regierungspräsidenten von Oberfranken, Wilhelm Wenning, übergeben worden.

Am 24.05.2016 genehmigte die Regierung von Oberfranken den Neubau der B 303 und der B 173 bei Johannisthal. Der BUND Naturschutz legte mit finanzieller Unterstützung der Bürgerinitiative Johannisthal am 24.06.2016 fristgerecht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss und Klage auf Baustopp ein. Der Streitwert wurde auf 30.000 € festgesetzt.

Gegen die planfestgestellten Trassen klagen außer dem BN vier Privatkläger, eine Firma (eines Privatklägers) und der Markt Küps.

Die vom BN parallel eingelegte Klage auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung (Baustopp) wurde zwischenzeitlich „ruhend“ gestellt. Die Landesanwaltschaft Bayern erklärte für die beklagte Regierung von Oberfranken, dass diese bis zu einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren vom Baurecht keinen Gebrauch machen wird. Lediglich vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen könnten begonnen werden. Der BN erklärte sich damit einverstanden.

Für Rückfragen:

Tom Konopka

Regionalreferent für Mittel- und Oberfranken

BUND Naturschutz in Bayern e.V.

 

Bauernfeindstr. 23

 

90471 Nürnberg

 

Tel. 09 11 / 818 78 -14, Fax 0911 /  86 95 68

 

tom.konopka@bund-naturschutz.de

 

 

Bund Naturschutz reicht Klage gegen Planfeststellung ein

Bund Naturschutz reicht Klage gegen Planfeststellung ein

Nach gründlicher Prüfung hat sich der Landesverband des Bund Naturschutz in Bayern e.V. mit der Kreisgruppe Kronach dazu entschlossen, beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Klage gegen den Planfeststellungs-Beschluss der Regierung zum vierspurigen Neubau der B 173 zwischen Küps und Neuses- Süd sowie den dreispurigen Neubau der B 303 „Lerchenhoftrasse“ einzureichen. Der Verband wendet sich damit gegen die überdimensionierte Planung mit unnötig hohem Landschaftsverbrauch und erheblichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur. Die von Bund Naturschutz und zahlreichen betroffenen Anwohnern gemachten Vorschläge für einen umweltverträglicheren und bestandserhaltenden  sanften Ausbau der beiden Straßen wurden nicht geprüft.Deshalb hält der Verband eine Klage für unumgänglich.

Nähere Erläuterungen werden in einem Pressegespräch in ca. sechs Wochen erfolgen.

B173 - Zwei plus Eins Lösung

Für intelligente Lösungen bei der B 173-neu plädierten nicht nur die BN-Kreisvorsitzenden Dr. Elisabeth Hoffmann aus Kronach, Anton Reinhardt und Reinhard Birkner aus Bayreuth, sondern auch der BUND-Landesvorstand mit Doris Tropper, Prof. Hubert Weiger, Landesbeauftragter Richard Mergner (5. bis 10. von links) sowie Stefan Maurer, Sebastian Schönauer, Günter Krell und BN-Landesgeschäftsführer Peter Rottner (1. bis 4. von links).

Lichtenfels. Beim oberfränkischen Kreis- und Ortsgruppentreffen des Bund Naturschutz gaben der Landesvorstand sowie die Kreisgruppenvorsitzenden ein Credo für eine bürgerfreundliche, flächen- und landschaftsschonende Variante der B 173-neu ab.

„Bei dem nun beginnenden Konsultationsprozess für den Bundesverkehrswegeplan sollten sich alle beteiligten Kommunen, die Landkreise  Lichtenfels und Kronach sowie die Träger Öffentlicher Belange für eine intelligente Verkehrslösung einsetzen, d. h. eine 2+1Variante, statt einer vierspurigen, autobahnähnlichen Straße“, forderte BN-Landesvorsitzender Professor Hubert Weiger. „Der  Bundesverkehrswegeplan sieht nicht zwingend einen vierspurigen Ausbau vor, schon gar nicht, wenn die Verkehrsbelastung weit unter dem Schwellenwert von 20 000 Kraftfahrzeugen liegt.“, ergänzte BN-Landesbeauftragter Richard Mergner.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt hob hervor: „Wir möchten an der Variante „Mitte“ festhalten. Diese Umfahrung ist im Bereich der Ortschaft Trieb nahezu identisch mit der Variante „Süd“, die nun planfestgestellt werden soll. Die Variante „Mitte“ würde aber die neuen Wohnbereiche zwischen Hochstadt und Wolfsloch weitgehend schonen. Sie wäre kürzer und weit weniger aufwändig, als die geplante Süd-Variante mit ihren tiefen und breiten Einschnitten, welche wesentlich größere Erdbewegungen erfordern. Die größeren Steigungen und Senkungen, die es bei der Süd-Variante zu überwinden gilt, erhöhen mit dem Spritverbrauch auch den Schadstoff-Ausstoß der Fahrzeuge und die Verlärmung des Wohnumfeldes.“

Der BN-Vorsitzende bemängelte insbesondere den unnötig hohen Flächenverbrauch und mahnte: „Das dringliche Anliegen der Bayerischen Staatsregierung, mit der Fläche sparsamer

umzugehen, wird durch diese vierspurige Planung konterkariert. Leider werden in Bayern täglich immer noch 18 Hektar freie Fläche versiegelt, überbaut oder anderweitig der Natur entzogen; das entspricht der Fläche von 25 Fußballfeldern. Nicht unerheblich sind auch die Mehrkosten beim Bau einer vierspurigen Trasse gegenüber einer 2+1-Lösung. Außerdem wäre eine vierspurige Schnellstraße im Bereich Gaabsweiher das Aus für dieses Naturschutzgebiet, ein 2+1-Querschnitt dagegen noch zu tolerieren.“

Auch im Landkreis Kronach wirft der geplante vierspurige Ausbau der B 173 enorme Probleme auf. Die dortige BN-Kreisgruppenvorsitzende Dr. Elisabeth Hoffmann mahnte: „Bereits an der Landkreisgrenze bei Oberlangenstadt-Kellerhaus ist eine solche Planung nicht zu verwirklichen, ohne Häuser wegzureißen und enorme Einschnitte in den Hang vorzunehmen. Ähnlich sieht es in der Ortsdurchfahrt Küps aus, wo sich der Gemeinderat vor gut drei Jahren einstimmig für den lärmgeschützten Ausbau mit Tunnel oder Einhausung ausgesprochen hat. Die zweite vom Staatlichen Bauamt für den neuen Bundesverkehrswegeplan gemeldete Variante „Bahntrasse“ wurde aus guten Gründen abgelehnt , da hier enorme Eingriffe in den Ort und die Flusslandschaft der Rodach die Folge wären.“ Das am kritischsten zu bewertende Teilstück nördlich von Küps bis Neuses würde die gesamte westliche Rodachtal-Aue verbauen, zumal kurz hinter Küps auch noch die Anbindung der geplanten dreispurigen B 303 neu, der sogenannten "Lerchenhoftrasse",  mit großen Brücken und Einschleifungsbauwerken erfolgen solle .

Die bei den aktuellen Verkehrszahlen von ca. 12.000 Kfz pro Tag völlig ausreichende, von BN und Bürgerinitiativen vorgeschlagene 2+1- Lösung würde alle diese Probleme vermeiden. Das Gleiche gelte für die B 303, wo ein sanfter Ausbau auf der Bestandstrasse mit Lärmschutz für die Anwohner und Kreisverkehr an der Einmündung völlig ausreichend sei.

Landesvorsitzender Professor Hubert Weiger plädierte für diese Varianten: „Sie hätten weniger Landschaftsverbrauch, weniger Lärm und Abgase, keine Verschärfung von Hochwassersituationen und für die Bevölkerung vor Ort wie bisher bessere Auf - und Abfahrtmöglichkeiten sowie eine raschere, weil kostengünstigere Realisierbarkeit als eindeutige Vorteile. Landesbeauftragter Richard Mergner ergänzte weitere sinnvolle Maßnahmen: „Zusammen mit Kreisverkehrsanlagen an Stelle von Ampeln, Flüsterasphalt und anderen Lärmschutzmaßnahmen innerorts würden diese Varianten den Verkehrsfluss ausreichend verbessern und Natur und Mensch schonen. Das eingesparte Geld könnte dann vom Bundesverkehrsministerium in bessere Bahnverbindungen und andere umweltfreundliche Verkehrsmittel investiert werden.“

 

Lerchenhoftrasse

Stellungnahme zur B173 - Lerchenhoftrasse

Stellungnahme zu Straßenbauplanungen B 173/Lerchenhoftrasse

                         "Küps braucht eine Kreative Lösung "

vom 30.01.16 und "Michelbach greift Behörden an" vom 02.02.16
 

Nun wird es offenbar auch auf der politischen Ebener klar, dass ein vierspuriger Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach wohl doch nicht so problemlos zu planen geschweige zu realisieren ist. Die Aussage, dass "Küps zum Schicksal für die B 173 werden könnte", macht dies deutlich. Es trifft wohl eher andersherum zu - ein vierspuriger Ausbau der Straße wird oder ist bereits zum Schicksal für Küps und seine Bürger geworden .Denn egal , welche der beiden Trassenführungen in die Planungen eingehen wird, für die Küpser wird es immer mehr Lärm, mehr Abgase und kompliziertere Verkehrsanbindungen bedeuten.
 

Auch die weiteren Abschnitte der B 173 zwischen Küps und Lichtenfels  sind offensichtlich nicht so einfach zu verwirklichen wie gerne dargestellt: Bürgerproteste, drohende Klagen, betroffene Naturschutzgebiete (Gaabsweiher, Mainaue), rutschende Berghänge, verschärfte Hochwasserproblematik (Rodachaue) - all das sind die Herausforderungen für das Mammutprojekt.
 

Ganz zu schweigen von den geschätzten 230 Millionen Euro Baukosten, bei denen es ja erfahrungsgemäß nicht bleibt. Es ist höchste Zeit, zu einer pragmatischeren, einfacher und billiger zu verwirklichenden 2+1 - Lösung zurückzustecken!
 

Die aktuellen Verkehrszahlen - im Schnitt um die 12.000 Fahrzeuge pro Tag - sind mit einem solchen Ausbau bewiesenermaßen ebenso gut zu bewältigen. Die genannten "Problemzonen" Küps , Lichtenfels-Michelau oder Trieb -Hochstadt wären bei einem derartigen sanften Ausbau  viel leichter zu bewältigen.

 

Der Flächenverbrauch wäre erheblich niedriger, was auch für die betroffenen Landwirte sehr wichtig wäre. Die Bürger von Trieb , Hochstadt , Küps oder Johannisthal warten seit Jahren , ja  Jahrzehnten vergeblich auf Lärmschutz und Verkehrsberuhigung, haben schon lange die Nase voll davon , immer auf die Maximallösung vertröstet zu werden. Ihre Gesundheit, die Umwelt und der Steuerzahler werden belastet, weil man auf der politischen Ebene wider alle Vernunft an diesem Pseudo-Autobahnprojekt festhält. Die Gemeinde Küps hat sich ja auf eine in jeder Richtung einspurige Tunnellösung auf der Bestandstrasse festgelegt, was auch vom Bund Naturschutz als sinnvoll eingestuft wurde. Eine zweispurige Straße mit wechselnden Überholspuren (eben die genannte 2 + 1 - Lösung) kann nur unwesentlich weniger Verkehrsleistung erbringen wie eine vierspurige Trasse, verbraucht aber deutlich weniger Ressourcen.

Viele Bundesstraßen in Bayern und im Bund - z. B. die B 2 zwischen Roth und Donauwörth oder die B 300 zwischen  Augsburg und Langenbruck - sind  bereits so ausgebaut und es funktioniert sehr gut.
 

Deshalb nochmals die dringende Aufforderung an die Politiker - geben Sie das Dogma Vierspurigkeit endlich auf zugunsten der betroffenen Bürger, zugunsten des Landschaftsverbrauches auch für die Landwirtschaft und zugunsten der Steuerzahler.

 

 

Lerchenhoftrasse - noch unberührte Natur

 

 

 

 

Intelligente Lösungen an der B173

Intelligente Lösungen an der B 173

Vortrag mit Diskussion

am 4.7.13 um 19.00 Uhr in Küps

 

die bayerische Staatsregierung hat für die Novelle des Bundesverkehrswegeplans neben vielen anderen Vorhaben auch den vierspurigen Neu- und Ausbau der B 173 in den Landkreisen Kronach und Lichtenfels angemeldet. Damit verbunden sind höchst umstrittene Straßenbauten wie die Ortsumfahrung Johannisthal mit Lerchenhoftrasse, eine Ortsumfahrung Küps oder die seit Jahren umkämpfte Ortsumfahrung Trieb-Hochstadt. Letztlich droht eine Autobahn durch die Hintertür bis Kronach.

Der Bund Naturschutz und die Bürgerinitiative Johannisthal möchten Sie herzlich einladen zum Vortrag mit Diskussion

Intelligente Lösungen an der B 173

am Donnerstag., 4. Juli 2013 um 19.00 Uhr

in Küps, Luthersaal der evangelischen Kirchengemeinde

Den Vortrag hält der BN-Landesbeauftragte und Sprecher des BUND-Arbeitskreises Verkehr, Richard Mergner

Bei der Veranstaltung werden die Positionen des BN und der Bürgerinitiative dargelegt und Alternativen aufgezeigt.

 

Leserbrief von Uwe Längenfelder

„Oh heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andere an“.

Ganz egal welche Trassenführung die zukünftige B 303 nehmen wird, immer werden die Bewohner von Küpser Ortsteilen besonders betroffen sein. Für einen Bürgermeister ist es daher sicher nicht leicht sich für eine bestimmte Variante zu entscheiden.

Die neue Lerchenhofvariante sollte aber, trotz straßenbauamtlicher Euphorie, kritisch hinterfragt werden. Das noch gültige Raumordnungsverfahren lehnt diese Trasse eindeutig ab.

Eine neue B 303 mag zwar bauplanungstechnisch interessant sein und der Kronacher Abteilung des Straßenbauamtes Lorbeeren versprechen, aber man darf den immensen Landverbrauch nicht unterschätzen. Der bayrische Staat hat festgelegt die Versiegelung von Neuland zu stoppen. Es wird zwar nur „wertloses“ Ackerland zerstört, aber jeder Quadratmeter Ackerfläche wird in Zukunft für Nahrungserwerb oder für nachwachsende Rohstoffe benötigt werden. Durch die Lerchenhoftrasse geht viel Ackerland unwiederbringlich verloren.

Aber auch die Natur sollte bei Planungen ihr Recht bekommen. Die Lerchenhoftrasse zerschneidet einen vielfältigen Lebens- und Jagdraum z. B. von dort vorkommenden Raubvögeln, z. b Kornweihen, die Verlegung der Rodach greift intensiv in den Lebensraum von Flussfischen, vom Weißstorch und vom Biber ein.

Das Landschaftsbild wird darüber hinaus brutal verändert werden, aus einer im Großen und Ganzen naturnahen Flusslandschaft wird eine überbaute Straßenlandschaft entstehen. Wie das dann ausschauen wird, kann man an der Flusslandschaft nahe der „Kronacher Autobahn“ zwischen der Stadt und Johannistal erahnen.

Auch der geplante Kostenrahmen des Neubaus der Lerchenhoftrasse sollte nicht außer Acht gelassen werden. Die immensen Kosten zahlen nicht „die da oben“, sondern sie gehen zu Lasten von uns, den Steuerzahlern.

Auch die prognostizierte Verkehrsbelastung ist kritisch zu hinterfragen. Einerseits sagen die Prognosen eine weiterhin rückgängige Landkreisbevölkerung voraus .Andererseits werden üppig dimensionierte Straßenbauprojekte geplant, welche wohl vor allem dem Transitverkehr zu Gute kommen und dadurch die betroffenen Anwohner noch mehr belasten. Dabei sollten wir doch alles daran setzten, dass mehr Güter auf der Schiene transportiert werden, dass Güter nicht quer durch Europa hin und her gefahren werden und dass das straßenbelastende „just in time“- Verfahren reduziert wird.

Es besteht noch viel Diskussionsbedarf. Die beiden Bürgerinitiativen zeigen aber deutlich, dass am Willen der Bürger nicht vorbei geplant und gebaut werden darf.