Wildwiesen

Wiesen und Weiden: bunte Oasen der Artenvielfalt
Wiesen und Weiden, übergreifend als Grünland bezeichnet, zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie beheimaten mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.
© Verena N. / PIXELIO
Mit 4,8 Millionen Hektar machen sie etwa 20 Prozent der deutschen Landesfläche aus. Doch sie sind bedroht – zwischen 2003 und 2009 hat die Grünlandfläche in allen Bundesländern stark abgenommen, insgesamt um etwa 4,5 Prozent. Mehr als 200.000 Hektar Grünland wurden deutschlandweit umgepflügt, das entspricht fast der Fläche des Saarlandes. Viele Tiere und Pflanzen werden mit dem Umbruch des Grünlandes von den Flächen verdrängt, die Artenvielfalt nimmt rapide ab.
Die über Jahrtausende gewachsenen Landschaften entstanden unter dem Einfluss des Menschen und bleiben heute nur durch seine Hilfe bestehen. Weiden werden durch das Grasen der Tiere vor der Verbuschung bewahrt, Wiesen durch Mahd. Ohne diese Eingriffe würden sie im Laufe der Zeit durch die natürliche Sukzession nach und nach von Büschen und Bäumen besiedelt und in Wald übergehen. In Deutschland machen Mähwiesen den größten Teil des Grünlandes aus, ein kleinerer Teil wird beweidet.
Typische Grünlandpflanze: Wiesen-Bocksbart © Hanspeter Bolliger / PIXELIO
Grauschuppige Sandbiene auf Glockenblume
Sechsfleck-Widderchen auf Ackerwitwenblume
Grünland unter Druck
Infolge der wachsenden Biospritproduktion stehen Wiesen und Weiden unter einem zunehmenden Druck. Immer mehr für den Naturschutz wertvolle, artenreiche Flächen werden auf Kosten der biologischen Vielfalt in Ackerland umgewandelt. Solche Verluste sind in den seltensten Fällen zu kompensieren. Der Umbruch sensibler Bereiche wie Bach- und Flussauen, NATURA 2000- und Naturschutzgebiete sollte deshalb völlig verboten werden. Auch aus Klimaschutzgründen ist ein Verbot des Grünlandumbruches dringend erforderlich. Denn durch den Umbruch werden große Mengen des klimarelevanten Gases CO2 freigesetzt.



