Tierfallen im Garten

BUND Naturschutz sorgt sich um Amphibien und Co.
In vielen Gärten stellen Kellerfensterschächte und Treppenabgänge eine Gefahr für Frösche und andere Kleintiere dar. Wenn Amphibien an Hausmauern entlangwandern, purzeln sie in diese Fallen und oft gibt es kein Entkommen. Ist es am Grund der Schächte feucht, können sie dort zwar lange überdauern. Strenger Frost bedeutet für die Gefangenen aber meist den Tod.
„Jetzt vor dem Winter ist es höchste Zeit um solche Tierfallen im Garten zu kontrollieren“. „Amphibien wie Erdkröte, Grasfrosch, Berg- und Teichmolch sind seit der vergangenen Regenperiode sehr aktiv und auf der Suche nach Nahrung und neuen Verstecken werden ihnen Schächte und Treppenabgänge schnell zum Verhängnis“. Betroffen sind auch andere Arten wie Spitzmäuse, Eidechsen, Blindschleichen oder Laufkäfer.
Der BUND Naturschutz betont, dass gerade in naturnahen Gärten, in denen viele Tiere leben, oft ein hohes Risiko für Lurche besteht, solange keine Vorkehrungen getroffen werden, um solche Gefahrenstellen zu entschärfen. „Je nach Tiefe und örtlicher Situation kann man eine Abdeckung aus Metall-Gaze anbringen oder auch Rampen aus Steinen bauen“. Dennoch sei eine regelmäßige Kontrolle der Schächte und Abgänge ratsam. So können sich junge Amphibien durch Spalten quetschen und so an Schutzgittern vorbei in die Falle geraten.
Tagsüber verbergen sich viele der Gefangenen geschickt unter Laub oder in Spalten, so dass man sie nicht leicht entdeckt. Am Abend werden sie aktiv und versuchen dann einen Ausweg zu finden. Um die hineingefallene Tiere zu retten, rät der BUND Naturschutz zu einer mehrmaligen Kontrolle nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Taschenlampe. „Es sollte ein milder Abend mit Temperaturen über sechs Grad sein, leichter Regen schadet nicht“. Zusätzlich sind Kontrollen untertags anzuraten, wobei man möglich Verstecke wie Laub oder Steinplatten vorsichtig durchsucht. Gerade Blindschleichen werden bei ausschließlich nächtlicher Suche leicht übersehen. Die Tiere können mit Handschuhen angefasst, geborgen und im Umfeld einer Versteckmöglichkeit wieder in die Freiheit entlassen werden.
„Am besten ist es, wenn man im Garten an mehreren Stellen Haufen aus Ästen und Zweigen anlegt“. Sie dienen als „Hotel“ für viele Arten. Amphibien können sich hier verstecken und überwintern. Frisch angelegte Haufen sollte man im ersten Herbst noch mit einer schützenden Laubschicht überdecken. In den Folgejahren sammelt sich ein Bodensatz aus Mulm und verrottendem Astmaterial an, in dem sich die Tiere verbergen können. Und natürlich sollte man die Fallensituationen umgehend entschärfen, damit in Zukunft das Risiko für die tierischen Mitbewohner des Gartens reduziert wird.
Weitere Infos:
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser
www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten
Allerheiligen
BN gibt Tipps für ökologischen Grabpflege
Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung an unsere Liebsten, sie sind auch wertvolle Biotope mit hohem ökologischem Wert. Mit der richtigen Grabbepflanzung und geeignetem Grabschmuck können wir das Klima schützen und die Biodiversität fördern, ganz nebenbei schonen wir auch noch unseren Geldbeutel.
Am 1. November ist Allerheiligen, Zeit, sich um die Gräber der Hinterbliebenen zu kümmern oder extra Blumenschmuck aufzustellen. Grundsätzlich sollten Gräber dauerhaft bepflanzt werden, von einer insektenfreundlichen Bepflanzung mit heimischen Bio-Pflanzen profitieren besonders Schmetterlinge und Bienen, die hier Nahrung finden. „Hier bieten sich beispielsweise Krokusse, Blausterne, Margeriten, Lavendel, Fetthenne, Storchschnabel oder Glockenblumen an“, weiß Christine Neubauer von der BN-Kreisgruppe Kronach. „Kleine Gehölze und Stauden schaffen zusätzlichen Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Friedhöfe sind nämlich häufig Rückzugsorte für seltene Tierarten. Verwenden Sie torffreie Blumenerden, um Moore zu schützen, außerdem nur organischen Dünger und Pflanzenstärkungsmittel.“
Auf umweltschonende, kompostierbare Materialien sollte man beim Grabschmuck in Form von Gestecken oder Blumenschalen achten. Als Alternative zu Kunststoffbändern eignen sich Bast- oder Baumwollbänder Plastikelemente auf Gestecken lassen sich leicht vermeiden. Schwieriger ist der Ersatz der Steckmasse. Dabei handelt es sich um einen Kunststoff, der nicht verrottet. Kleine Teilchen, die sich vom Block lösen, landen als Mikroplastik in Boden, Luft und Wasser. Besser sind Kaninchendraht, Glasschalen oder Strohgebinde.
Generell rät die Kreisgruppe Kronach die Grabbepflanzung im Sinne des Artenschutzes nicht vollständig abzuräumen. Denn mit Ästen, Stängeln und Laub verschwinden Tausende Eier, Raupen und Puppen, die sich Distelfink, Zeisig und andere Finken-Arten in den kargen Monaten als Eiweißquellen schnappen könnten. Auch viele Körnerfresser wie Stieglitze picken sich wertvolle Leckerbissen von den Samenständen fast oder vollständig verblühter Stauden.
Mit wenig Aufwand kann man Gestecke auch selber machen. Ähnlich wie beim Adventskranz kann man hier mit natürlichen Materialien und Kaninchendraht arbeiten. „Auf Strohkränze werden Tannen- oder Föhrenzweige, Stechpalmenzweige, spät blühende Blumen wie Astern, bunte Beeren, Zapfen und Gräser gesteckt oder gewickelt. Das sieht wunderschön aus und ist zudem deutlich günstiger als gekaufte Gestecke“.
Gartentipps für den Herbst
Wilde Ecken voller Leben
Mit der richtigen Pflege kann der heimische Garten zum Jahresende hin zu einem wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Igel & Co. werden. BUND Naturschutz zeigt auf, wie es geht.
Wer ein Herz für Tiere hat, sollte im Herbst seinen Garten nicht blitzblank aufräumen. „Äste und Zweige, die beim Zurückschneiden von Bäumen und Stauden entstehen, können in einer Gartenecke zu einem Reisighaufen aufgeschichtet werden. Darauf kann zusätzlich altes Laub geschichtet werden. Das ist ein idealer Platz für den Winterschlaf der Igel. Aber auch Kröten oder Eidechsen finden hier Schutz und Nahrung“, erklärt Christine Neubauer von der Kreisgruppe Kronach des BUND Naturschutz.
Stauden, Sträucher und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter. Alte Blüten und Pflanzenstängel bieten außerdem vielen Insekten Möglichkeiten zur Überwinterung. Ebenso hilfreich ist es, ein Stück der Blumenwiese nicht zu mähen und über den Winter stehen zu lassen. Auch das bietet Insekten Überwinterungsquartiere.
Grundsätzlich sollten Hobby-Gärtner*innen besser seltener und später mähen, rät der Bund Naturschutz: „Wer dem Rasen Zeit zum Wachsen gibt, der fördert Lebensraum für Bienen, Wildbienen und Schmetterlinge. Nektar- und pollenhaltige Wildkräuter wie Salbei, Margeriten oder Knautie vertragen keinen häufigen Schnitt. Wer häufig mäht, verhindert die Entwicklung dieser für Insekten wertvollen Pflanzen.“ Der Rasenschnitt kann zusammen mit Laub und zerkleinerten Zweigen als Mulch-Materiallocker auf Gemüsebeete oder um Beerensträucher gestreut werden. So kommen Wildkräuter nicht hoch und man spart sich das häufige Jäten. Außerdem schützt der Mulchen vor dem Austrocknen des Bodens im Winter.
Der Herbst ist auch die richtige Zeit, um Blumenzwiebeln von Frühblühern im Garten zu verteilen. Insekten wie Bienen oder Hummeln ernähren sich im Frühjahr von Schneeglöckchen, Krokussen, Märzenbechern und Tulpen. Es ist sinnvoll, kleine Frühblüher wie Schneeglöckchen und Krokusse in größeren Gruppen zu setzen. Bei der Aussaat sollten die Zwiebeln etwas tiefer in die Erde eingearbeitet werden – mindestens die doppelte Zwiebelgröße. Im Frühjahr können sie sich dann zu schönen Blütenteppichen entwickeln.
„Dass Laubbläser tabu sind sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben“, so Frau Neubauer abschließend. „Sie sind nicht nur laut, sondern behindern zudem die Humus- und Nährstoffbildung da die weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten können. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum. Außerdem wird die Deck-Schicht entfernt, die den Boden vor Austrocknung und extremer Kälte schützt.“
Weitere Infos:
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser
https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten
Obdachlose Igel

Obdachlose Igel - Laubbläser zerstören Winterquartiere
Der Bund Naturschutz (BN) bittet alle Gartenbesitzer das Laub liegen zu lassen und den Garten igelfreundlich zu gestalten. Wer draußen zufüttern möchte, kann das jetzt tun. Auf Laubbläser sollte verzichtet werden.
Gute Verstecke sind für den Igel überlebenswichtig. Sie finden Winterquartiere unter Holzterrassen, unter Sträuchern, Laub- und Holzhaufen oder Geräteschuppen. Der November ist für die Tiere jedoch ein Monat mit Tücken. Manche Igel befinden sich bereits im Winterschlaf. Weibchen und Jungtiere sind aber häufig noch auf der Suche nach Nahrung und einem Quartier für den Winter. Die Ordnungsliebe der Menschen bringt die Suche nach guten Verstecken vollkommen durcheinander. In vielen Gärten wird derzeit Laub gefegt, Hecken geschnitten, der Rasen gemäht - doch vor allem gelärmt. „Laubsauger zerstören Winterquartiere oder vertreiben die Igel durch ihren enormen Lärm“, beklagt Elisabeth Hoffmann, Vorsitzende der BN Kreisgruppe Kronach. Doch nicht nur Igel sind gefährdet. Die Geräte bedrohen vor allem zahlreiche Kleintiere wie Würmer und Insekten, die durch die Beseitigung des Laubs ihren Lebensraum und die Nahrungsgrundlage verlieren. Also gerade die Tiere, die der Igel als Fleischfresser zum Überleben braucht. Der BN bittet deshalb alle Gartenbesitzer, auf Laubsauger und Laubbläser zu verzichten und stattdessen lieber wilde Ecken mit Laubhaufen im Garten einzurichten. „Winterquartiere, die durch eine übertriebene Gründlichkeit zerstört werden, bringen unsere Igel in große Bedrängnis. Die erneute Suche nach einem alternativen Schlafplatz kostet die Tiere viel Energie und kann tödlich enden“, weiß Hoffmann.
BN-Ökotipp:
Wer keine Möglichkeit für Laub- und Reisigecken im Garten hat, kann den Tieren ein fertiges Igelhaus anbieten und zufüttern. Gefressen werden gerne Rühreier, Katzenfutter, gekochtes Geflügel oder gebratenes Hackfleisch. Milch dagegen schadet den Tieren. Eine flache Schale mit frischem Wasser sollte in keinem Garten fehlen. Achtung: Eine Fütterung ohne zusätzlichen Unterschlupf in der Nähe macht keinen Sinn. Futterstellen werden von Igeln gerne angenommen, finden die Tiere dagegen kein Versteck in der unmittelbaren Umgebung, müssen sie bei kühlen Temperaturen weit laufen und verlieren ihre zuvor angefressene Energie. Die beste Lösung ist deshalb immer ein Naturgarten, in dem der Igel alleine zurechtkommt.
Igelhilfe – was ist erlaubt?
Der Igel ist eine besonders geschützte Tierart. Nur kranke und verletzte Igel dürfen häuslich aufgenommen und gepflegt werden. Sobald sich diese Tiere wieder selbst erhalten können, müssen sie unverzüglich in die Freiheit entlassen werden. Für die Pflege eines hilfsbedürftigen Igels reicht Tierliebe allein nicht aus. Igelfinder sollten sich in jedem Fall die nötige Sachkenntnis aneignen oder im Zweifelsfall fachkundigen Rat einholen. Mehr Infos hierzu finden Sie auf https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/tieren-helfen/igel
Für Rückfragen:
Elisabeth Hoffmann
BN-Kreisgruppe Kronach
Tel. 09261 94404
E-Mail: kronach@bund-naturschutz.de
Fotograf: Martina Gehret, Bund Naturschutz



